Michael, Rudi und Christian Wangard

Michael, Rudi und Christian Wangard

1994 – Start auf den Rennstrecken in Deutschland

Im Jahr 1994 präsentierte sich das RMW Team erstmalig auf den Kartrennstrecken Deutschlands und ist seither nicht mehr weg zu denken. Mit zahlreichen Deutschen Meistertiteln und dem Gewinn der Super ROK Weltmeisterschaft in 2006, gehört das Team zu den Erfolgreichsten in Deutschland.

2019 – RMW Motorsport feiert 25-jähriges Jubiläum

Kaum zu glauben – aber schon seit 25 Jahren gibt es RMW Motorsport mit Sitz in Koblenz. Mit gerade mal 18 Jahren gründete Michael Wangard 1994 die Firma. Doch wie kommt ein junger Mensch auf die Idee, sich so früh selbstständig zu machen? „Ich bin schon davor Kart gefahren, wobei meine Eltern mich unterstützt haben. Deshalb war schon das ein oder andere gebrauchte Teil vorhanden. Aus unserer Garage haben wir schließlich einen kleinen Verkaufsraum gebaut, den wir zusätzlich auch als Lager benutzten. In der Nachbargarage schraubten wir dann an den eigenen Karts beziehungsweise an den Kundenkarts“, verrät der mittlerweile 43-Jährige.

Die Finanzierung sei damals relativ einfach gewesen. Schon mit 16 habe er den Traum gehabt einmal Karthändler zu werden und mit den ersten Schritten begonnen. „Damals hatte mich die Firma Dischner unterstützt. Zuerst lieferte ich als eine Art Außendienstmitarbeiter dieser Firma ihr Material im Raum Koblenz aus.“ Die Anfänge seien verhältnismäßig einfach gewesen, erzählt der Familienvater und das hatte auch einen ganz einfachen Grund: „Der Schumacher-Boom ging in Deutschland um und jeder wollte ein Go-Kart haben um sein Kind zum Formel 1-Weltmeister zu machen.“

1994 – RMW-Kartservice wird gegründet

1994 belegte der Koblenzer als Teilnehmer im Supra-Cup Platz 3 und gewann im ADAC Mittelrhein den Meistertitel – noch im selben Jahr wurde die Firma RMW-Kartservice geboren. 1995 erfolgte der Einstieg in die Motoren Königsklasse ICA und gute Platzierungen sorgten für Zufriedenheit in der Familie Wangard. Die Familie Wangard bestand damals wie heute aus Vater Rudi, Mutter Erika, Michael und seinem jüngeren Bruder Christian. Über seine Mutter schwärmt der RMW-Gründer: „Sie ist für uns alle die wichtigste Person überhaupt. Sie ist im Prinzip von der ersten Stunde an mit dabei, macht im Hintergrund die Buchhaltung und hält uns damit den Rücken frei. Außerdem kümmert sie sich auf den Rennen um das leibliche Wohl und hat für jeden im Team ein offenes Ohr.“

1998 konnte sich Michael schon während des Pre-Finales im letzten Lauf den Traum der Meisterschaft erfüllen. Mit einer Meisterfeier am 28. November im Hause Zender bedankte sich die Familie Wangard bei allen Sponsoren und Freunden, die im Laufe der Renn-Saison zum Erfolg beigetragen hatten. Ein Jahr später stieg Papa Rudi als Teilhaber bei RMW-Kartservice ein und ist seitdem eine enorme Hilfe, wie sein Sohn verrät: „Rudi macht extrem viel – er ist für die Motoren zuständig, er räumt mir ständig hinterher, sorgt für Ordnung, fährt den LKW, baut das Zelt auf, telefoniert sehr viel mit Kunden – er ist einfach unersetzlich.“

2001 – Michael Wangard hängt den Fahrerhelm an den „Nagel“

2001 entschied sich Michael schließlich, den Fahrerhelm an den Nagel zu hängen. „Das hatte einen ganz praktischen Grund. Zum einen konnte ich mich auf die Motorport-Karriere von Christiana konzentrieren und zum Anderen mich um die Geschicke der Firma RMW-Kartservice kümmern. Immer mehr Kunden und Veranstaltungen, ließen die Anforderungen in der Firma immer höher werden“, offenbart der Kart-Meister von 1998.

Eine überaus kluge Entscheidung, wie sich herausstellen sollte. 2006 wurde RMW nämlich mit Christian Weltmeister! Michael schwärmt von seinem Bruder: „Dem hab ich im Prinzip das Laufen beigebracht. Irgendwann hat er dann eigenen Beinen gestanden – und wie! Christian war drei Jahre Berufsrennfahrer. Aufgrund der Finanzkrise ist er dann aus dem Auto raus, weil es immer schwieriger wurde, Sponsoren für sich zu gewinnen. Im Anschluss fuhr er noch ein Jahr sehr erfolgreich Kart und kümmert sich seitdem bei RMW-Motorsport um die Datenauswertung und das Fahrer-Coaching.“

Bei RMW startete schon so manche großartige Motorsport-Karriere. Was die Liste an Fahrern beweist, die durch RMW-Kartservice den Sprung vom Kart ins Auto schafften: Pierre Kaffer, Müller, Christian Vietoris, Kevin Hilgenhövel ,Carrie Schreiner, Hannes Fittje, Noah Nagelsdiek und Loris Prattes. Michael erläutert ein Teil des Erfolgsrezeptes: „Unsere Prämisse ist es im Prinzip den Kunden langfristig zu betreuen – ihn auf den Automobilen Motorsport vor zu bereiten. Viele unserer Kunden haben wir vom Bambini bis zum Senior durchweg betreut. Der längste Kunde bei uns im Team, ist Ben Fricke. Er fährt schon seit sieben Jahren bei uns. Du lernst die Fahrer als Kinder kennen und betreust sie als nahezu Erwachsene immer noch – das ist halt ein ganz, ganz großartiges Gefühl.“

Freuen uns auf die Saison 2019

Im Moment freut sich Michael, der seit 2015 gemeinsam mit seiner Frau Katharina Papa von den Zwillingen Marie und Leni ist, auf die Saison 2019. „Wir sind wieder in der glücklichen Lage ein volles Fahrerfeld zu haben. Einige Jungs, die früher für uns gefahren sind, sind wieder zurückgekommen, weil sie gemerkt haben, dass sie bei uns im familiären Umfeld professionell und extrem gut beraten sind“, erzählt der Familien-Papa. Seine Frau, die er 2010 im Urlaub kennengelernt hatte, wird auch wieder bei den Rennen mit dabei sein und sich gemeinsam mit Michaels Mutter Erika um das Essen kümmern. Bevor die Zwillinge das Licht der Welt erblickten, hatte sich Katharina zusätzlich um die Instandsetzung der Vergaser gekümmert.

Wo sieht Michael RMW Motorsport in 25 Jahren? „Wenn uns die Umweltauflagen in den nächsten 25 Jahren keinen Strich durch die Rechnung machen, sollten wir eigentlich mehr oder weniger so weitermachen können, wie bisher. Mein Bruder Christian und ich würden uns freuen, wenn meine Eltern uns auf dieser Reise noch sehr lange begleiten können. Ansonsten sind wir im Moment rundum zufrieden so wie es ist. Wir haben keine höheren Ansprüche“, meint er zufrieden.

Kartnet.de 12.04.2019